Das Beste kommt zum Schluss

Montag, 14. Juli 2025

Reisetag, knapp 500 Kilometer liegen vor uns. Dazu müssen wir den Strom kreuzen und den Bundesstaat wechseln. Wir sind um 10.30 Uhr aus dem Ferienhaus und unterwegs zur Fähre. Da noch etwas Zeit bleibt, gibt es einen kleinen Stop am Meer, bei Port-au-Persil. Dort lassen wir uns am Meer, äh Fluss, den Wind um die Nase wehen und verbringen etwas Zeit am kleinen Felsstrand samt Kapelle. Über dem Wasser liegt eine dicke Wolkendecke und wir sind froh, nicht auf dem Walboot zu sein. Dann geht es zur Fähre in Saint-Simeon.

Die Fähre kann man nicht buchen, man soll einfach vorher da sein. Lange Autoschlangen bilden sich. Und um 13 Uhr, der Abfahrtszeit, ist noch keine Fähre in Sicht. Irgendwann kommt sie und es dauert sehr sehr lange, bis die Fahrzeuge endlich das Schiff verlassen haben. Wir kommen mit deutschen Rentnern ins Gespräch, die mit ihrem eigenen Wohnmobil sechs Monate auf unserer Route unterwegs sind.

Kurz vor 14 Uhr sind wir endlich auf dem Schiff und sind von der Bordküche optisch begeistert: Der Tisch schlängelt sich durch den Raum, die Angestellten kommen quasi in die Buchten. Sehr nordamerikanisch, sehr cool. Die Fahrt selbst ist unspektakulär, das Wasser ist ruhig. Nur Wale oder Delfine wollen sich keine blicken lassen, nicht mal eine Robbe, so sehnsüchtig wir auch auf den St. Lorenz starren.

Mit einer Stunde Verspätung kommen wir am anderen Ufer an. Eigentlich wollten wir noch etwas am Fluss entlang fahren, doch das Auto-Navi leitet uns auf die Route, die wir meiden wollten – weil langweilig lange durch den Wald. Aber es ist besser so, denn diese Strecke ist kürzer. Und wir sind nicht nur später dran, als geplant: An der Grenze zum Bundesstaat New Brunswick wechselt die Zeitzone und uns wird noch eine Stunde geklaut.

Kurzer Halt im Grenzörtchen Edmunston, um zusammen mit anderen Touristen einen betroffenen Blick Richtung US-Grenze zu werfen. Dann steuern wir Bathurst an. Das Navi verspricht eine Ankunft gegen 21.30 Uhr … Fahrer Gerald beschließt im Ort Saint-Quentin noch eine Pizzeria zu besuchen, bevor wir knapp 2 Stunden durch das Nichts fahren. Saint-Quentin mit seinen etwas 2200 Einwohnern ist übrigens ein munteres Örtchen im Nirgendwo, an dem sich vermutlich gut leben lässt. Bei Pizza Delight gibt es neben einer Pizza auch leckeren Salat und Nudeln – und die komplett übermüdete Bedienung trägt Nicole sogar noch die Tasche hinterher, die sie vergessen hat.

Dann geht es 145 Kilometer durch ein Waldgebiet. Keine Parkbuchten, keine Nothaltesäulen, gelegentlich kann man vereinzelt Häuser im Wald erahnen. Und dann kreuzt erst der erste große Elch majestätisch die Straße, etwas 200 Meter vor uns. Später steht ein junger Elch neben dem Straßenrand, bevor er auf die andere Seite eilt. Dann kommt ein paar Kilometer weiter noch ein Reh, dazu geht die Sonne flammend hinter den Bäumen unter.

Um 22.15 Uhr sind wir im Best Western. Die längste Fahrt der Reise ist geschafft.