Freitag, 11. Juli 2025
Wir lieben das Ferienhaus und gehen es langsam an. Frühstück drinnen, dann Kaffee draußen. Die Vegetation ist, anders als in Australien, natürlich sehr ähnlich zu Europa. Aber die Vögel zwitschern anders und das ist sehr schön. Nachdem das angekündigte Gewitter in der Nacht ausgeblieben war und die Sonne recht warm ist, machen wir uns auf den Weg in den Nationalpark um die Ecke, der etwas sperrig Hautes-Gorges-de-la-Riviere-Malbaie National Park heißt.
Gut 20 Minuten Fahrt sind es bis zum großen Parkplatz und Infozentrum. Am Straßenrand werden Erdbeeren verkauft. Der Eintritt in den Park ist mit 20 Euro für die beiden Erwachsenen sehr günstig. Während der Sommermonaten ist die Straße gesperrt, alle 10 Minuten fahren amerikanische Schulbusse als Shuttle die Strecke ab und lassen Wanderer wahlweise raus oder lesen Wanderer auf. Schon vorab hatte die Reiseleitung den Weg Le Riverain, knapp 11 Kilometer, ausgeguckt und das ist es auch, was die Frankokanadierin im Infozentrum empfiehlt. Und was meint sie mit Blick auf das Wetter? Ach, kein Problem, geht schon.






Der Weg selbst führt relativ breit und entspannt durch Mischwald mit vielen Bartflechten, irgendwann geht es bergauf. Und dann fängt es ungefähr bei Kilometer drei an zu regnen. Also nicht zu nieseln, sondern zu schütten. Bei 26 Grad. Der leichte Weg wird zu einer tropischen Wanderung mit vollgesaugten Klamotten. Irgendwann sind zumindest drei von vier klitschnass, bei Kilian hält die Regenjacke am besten. Wir knabbern Müsliriegel, um die Moral einigermaßen oben zu halten. Und irgendwann hört der Regen auf, idealerweise an einem großen Aussichtspunkt.


Unterwegs haben wir schon eine Strumpfbandnatter beobachtet, jetzt sind wir unsererseits im Visier eines Vogels (dessen Namen wir noch nicht herausbekommen haben), der wirklich gerne ein paar Cracker abhätte. Wir genießen die Sicht auf den Fluss Malbaie und die Berge. Dann aber schnell weiter, bevor die nächsten Wolken kommen.





Ein Teil des Weges geht schließlich am Fluss entlang, dann wird es kurz steinig, bevor Holztreppen kommen. Dort ist es auch, wo wir etwas sehen, dass wir als Bärenkot einstufen … Louisa und Nicole wandern fortan mit lautem Rufen und Klatschen, was Kilian unendlich peinlich berührt. Gerald kann die ganz Aufregung wiedermal nicht verstehen. Schließlich kommen wir durchaus etwas platt am Infozentrum am Staudamm an.




Der Fluss wurde noch bis in die 1980er zum Flößen genutzt, wodurch der Lachsbestand abnahm. Der Staudamm wurde einmal durch einen Holzstau demoliert. Später, als die Nutzung längst nur noch touristisch war, wurde er erneut durch die große Flut im Juli 1996 zerstört. Interessant: Im Infocenter gibt es keine Gastronomie. Aber eine Tiefkühltruhe mit Gerichten und eine Mikrowelle…
Wir steigen in den gelben amerikanischen Schulbus. Der betagte Fahrer hält derweil am Steuer ein Nickerchen. Zurück in der Ferienwohnung huschen alle unter eine heiße Dusche, denn langsam wurde es doch frisch. Und abends wird gegrillt.




