- Januar 2026
In der Nacht stürmt und schüttet es. Als wir morgens aus dem Fenster schauen, sehen wir, wie ein graues, schlecht gelauntes Meer gegen die Kaimauern schlägt. Brrr. Selbst unseren kleinen Mitbewohnern, den Miniameisen, ist es wohl zu klamm geworden und sie haben ihre Straßen durch das Wohnzimmer verlassen. Frühstück, Kaffeetrinken, Abhängen. Zwischendurch klingt es, als ob jemand bei offener Tür duscht – dann geht draußen wieder ein dicker Schauer nieder. Sagenhaft. Jetzt kommen Nudeln samt Tomatensoße zum Einsatz, um die Moral der Truppe hochzuhalten. Die Reiseleitung hat einen kleinen Influenza-Rückfall und legt sich nochmal hin.





Aber dann lässt der Regen nach und um 15.30 Uhr stehen wir tatsächlich trockenen Fußes an einem kleinen Weihnachtsmarkt, den wir noch gar nicht entdeckt hatten! Und finden einen Uber-Fahrer, der uns zum Jardim Tropcial Monte Palace fährt. Diesmal ein schweigsamer Spanier übrigens, der uns aber schmunzelnd auf die unglaublich steilen Straßen hinweist, über die er uns nach oben bringt. Kurz nach 16 Uhr stehen wir also endlich an einer der Hauptsehenswürdigkeiten der Insel – und es gibt wieder Nieselepisoden, Früher war der Park ein Hotelgelände, in den 1980er hat Joe Berard mit Geld aus dem Goldschürfen in Südafrika erstanden und in ein Kleinord verwandelt. Kacheln aus Haushaltsauflösungen, asiatische Brücken, eine Nachbildung einer ägyptischen Vase, dazu Mineralien und vor allem ganz viel Grün. Und dem stehen die Regentropfen eigentlich ganz gut. Flamingos stehen fotogen im Gegenlicht und überhaupt, man könnte länger bleiben.




















Die Zeit vergeht im Flug und wir verpassen leider die letzte Seilbahn nach unten – weil wir nicht auf unseren Sohn gehört hatten, der nun erst einmal angemessen schmollt. Zum Glück findet sich dann wieder ein Fahrer, der uns nach unten bringt. Spontan entscheiden wir, in der Stadt nach einer Einkehr zu suchen, was am 1. Januar gar nicht so leicht ist. Also, wenn man wieder das Individuelle sucht und nicht bei einem der Touriläden landen will. Nach längerer Suche und vielen geschlossenen Türen gibt es bei Spice Curry thailändisch-nepalesische Küche, nur eine kleine Karte, aber alle glücklich. Mit drei dicken Eis geht es dann durch die wunderschönen, kitschigen Weihnachtsstraßen wieder zu uns. Und so ohne Kreuzfahrtschiffen ist die Stadt ziemlich ruhig.







