3. Januar 2026
Der Wecker klingelt um 8.30 Uhr und es strahlt tatsächlich die Sonne über Funchal. Zumindest eine Weile. Wir sind derweil mit Aufräumen und Packen beschäftigt, da wir heute Quartier wechseln. Und stellen wieder einmal fest, wie schade es ist, dass wir die Terrasse kaum nutzen konnten. Heute können wir immerhin noch beobachten, wie ein Schiff der Gesellschaft MSC in den Hafen gelotst wird und wie es in einem anderen Stadtteil brennt. Um 10.45 Uhr sind wir aus dem Haus und mit vollgepacktem Auto unterwegs. Ein Trolley muss auf der Rückbank festgeschnallt werden, da er nicht mehr in den Kofferraum passt.



Da die Sonne weiter strahlt versuchen wir unser Glück direkt bei der Aussichtsplattform Cabo Girao. Vermutlich in den vergangenen Tagen wegen Sturms gesperrt und eigentlich inzwischen auch vorab buchbar. Ein wunderbarer Eukylaptusduft liegt in der Luft, wir finden schnell einen Parkplatz und für 5 Euro pro Person, am Automaten zu zahlen, sind wir auch schon auf dem Skywalk. Es geht steile 580 Meter nach unten, stellenweise ist der Boden aus dickem Glas. Durchaus spektakulär, umso mehr, da es endlich mal nicht nieselt/regnet. Und dann bekommen wir auch noch einen Platz im Café mit Blick und es schmeckt auch noch!






Bleiben aber noch drei Stunden, bis wir in die nächste Unterkunft können. Die Reiseleitung entscheidet nach einem Blick auf die Wetter-App: Der Sonne entgegen! Während es an der Südküste bald dicke regnet, soll an der Nordküste in Sao Vicente das Wetter gut sein. Nun. Wir fahren durch hohe Berge und sehr dicke Wolken hin, an den Seiten Wasserfälle, die sicher nicht an Wassermangel leiden. Der Ort ist ein verschlafenes Nest und die Vulkanhöhlen sind seit geraumer Zeit und noch eine Weile geschlossen. Aber wir peilen kurz den Surfstrand an – und zumindest die Eltern fühlen sich an Neuseeland, Südinsel, Nordküste erinnert. Denn ganz genau so wars. Der Niesel, die laue Luft, die wilden Wellen …






Danach umrunden wir den Nordwesten der Insel. Stopp beim Strand von Seixal, den die Tochter aus den sozialen Medien kennt. Erstaunlicherweise sind nicht nur Menschen am Strand, sogar zwei im Wasser. Weiter geht es, stets mit Warnhinweisen vor Steinschlag und durch lange Tunnel. Oberhalb des Ufers kann man noch die alte Straße sehen, die sich dort waghalsig entlanggeschlängelt hatte. An einem Aussichtspunkt blicken wir hinunter auf Porto Moniz, der Wind pfeift schon gewaltig.



Als wir dann Richtung Südküste etwas im Hinterland fahren – dicker Nebel, prasselnder Regen. Geröll und Pflanzen auf den Straßen. Die Bäume tragen dichtes Flechtwerk, hier ist es also öfter mal feucht. Aber heute macht es wieder richtig runter.

Kurz vor 15 Uhr sind wir kurz vor unserer Unterkunft in Prazeres. Im Dunst sehen wir, dass an jeder Ecke liebevoll dekorierte Krippen stehen, Katzen schleichen umher, das Wasser schießt an den Straßen entlang. Dann: die Vila Clementina! Geräumig, warm, geheizter Pool. Einziger klitzekleiner Nachteil: Die Schlafräume sind im Obergeschoss und nur über eine Außentreppe erreichbar. Das wussten wir vorher, hatten aber nicht mit dem kältesten und feuchtesten Winter der Insel gerechnet …


Nach einem Päuschen stürmen wir den Supermarkt von Calheta. Dort ist ein Teil der Straße abgesperrt, vermutlich, weil man mit Steinschlag rechnet. Aber das interessiert irgendwie niemanden. Auch der Strand ist gesperrt, wohl wegen der hohen Wellen. Aber als wir nach einer Stunde Powershoppen den Kofferraum beladen, strahlt kurz die Sonne und tut so, als wäre sie nie weg gewesen.


Wir kochen Abendessen und gewöhnen uns an die neue Bleibe. Hier kann man es immerhin auch bei schlechtem Wetter aushalten.