Zufall

Samstag, 10. Januar 2026

Um 8 Uhr geht der Wecker. Und am Abreisetag strahlt die Sonne, es ist schon morgens warm und die Vögel zwitschern. Frechheit! Um 9.30 Uhr sind wir beim kleinen lokalen Supermarkt und stehen in der Bäckereischlange – Frühstück zwischen vielen Portugiesen, mit einem kleinen Kaffee und einem süßen Teilchen. Danach geht es noch einmal durch die vielen Tunnels zur Mietwagenverleihung. Der VW wird schnell abgegeben und schon bringt uns der Shuttle zum Flughafen. Dort werden wir aber von einer ziemlich langen Warteschlange bei der Gepäckaufgabe ausgebremst – und warum sind eigentlich zwei Schalter für Business geöffnet und nur einer für Economy? Die kleine faltbare Tasche aus Lissabon leistet wieder gute Dienste als zusätzliches Gepäckstück für die schmutzige Wäsche. Allerdings wird sie als zu klein und leicht befunden (!) und muss deshalb beim Sondergepäck abgegeben werden.

Wir kehren noch einmal bei Burger King ein, weil es dort eine Soße gibt, die unbedingt noch einmal verzehrt werden muss. Dann schauen wir von der Zuschauertribüne aufs Rollfeld. Alles sehr klein und übersichtlich hier. Um 13.30 Uhr soll unser Flug gehen, um 13.15 Uhr bekommen wir das Gate mitgeteilt – erste Indizien dafür, dass wir wohl nicht pünktlich starten. Tatsächlich liegt es diesmal nicht am Wind auf Madeira, sondern am Schnee in Frankfurt, wie der Pilot später erklärt, Nachdem wir zu unserer Maschine gelaufen sind. Am Frankfurter Flughafen komme man nicht so gut mit Winterwetter zurecht, deshalb werden wir statt um 18.30 Uhr wohl erst nach 19 Uhr landen.

Der Flug ist meistens ruhig, die Vorabbestellung des Essens hat sich wieder gelohnt. Nicole kommt mit der dritten Urlauberin in der Reihe ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass die Zahntechnikerin aus der Gegend bei Gießen zum ersten Mal alleine Urlaub gemacht hat, in einem recht luxuriösen Resort. Tatsächlich hatte sie auch am 8. Januar Geburtstag und gratuliert direkt Kilian. Sie selbst war auf der Flucht, sagt sie später: Denn ihr verstorbener Sohn hatte auch am 8. Januar Geburtstag und auch ihr Mann sei inzwischen nicht mehr am Leben. Drei von vier behaupten später, Nicole und die Frau hätten quasi durchgequatscht, aber das ist natürlich maßlos übertrieben.

Gegen 19.10 Uhr parkt die Maschine ein, aber es gibt noch etwas Huddel, weil die Gates vertauscht wurden. Am Gepäckband wird schon darauf hingewiesen, dass es wegen des Winterwetters zu Verzögerungen kommt. Aber kurz vor 20.30 Uhr rollen dann unsere Koffer vom Band, auch das kleine leichte Wäschetäschlein. Mit dem Bus geht es durch die Kälte zum Parkhaus, auf dem Heimweg kehren wir noch bei McDonalds nahe Brühl ein, bei dem wir schon 2025 nach Lissabon waren – super sauber, sehr gepflegt. Kurz nach 23 Uhr sind wir in Speyer und juhu, das Haus ist geheizt.

Fazit: Madeira ist eine wunderschöne Insel, das Portugiesische gefällt uns sehr gut, die Menschen sind superfreundlich. Mit dem Wetter hatten wir schlicht etwas Pech. Wir haben ja das Beste daraus gemacht und hatten trotzdem einen schönen, wenn auch nicht immer erholsamen Urlaub (fröstel). Aber: Manchmal fühlt sich die Insel aufgrund der Deutschendichte an wie Mallorca. Das Bezahlsystem für die Wanderwege nervt, weil es Spontaneität klaut. Doch andererseits zeigen die Parkplätze jetzt in der Nebensaison schon, dass Madeira wohl schlicht überrannt wird. Und macht es wirklich Spaß, im Gänsemarsch an einer Levada zu wandern?