Montag, 29. Dezember 2025
Zwei von vier sind nach ihrer Influenza noch nicht wirklich wieder fit, aber: Wir haben da so einen Flug gebucht. Dieser geht komfortabel erst um 13.10 Uhr, so dass wir erst schlafen und dann bei eisigem Sonnenschein zum gebuchten Parkplatz fahren können. Das Terminal 3 hat sich in den vergangenen zwölf Monaten schon verändert, aber dass es wirklich im April 2026 eröffnen soll … Wir haben da begründete Zweifel.



Um 10.30 Uhr sitzen wir schon im Shuttle. Gepäck auf die Reise schicken, zwei Heißgetränke, O-Saft und zwei Gebäckteile kaufen, durch den Sicherheitscheck. Und da wir wieder in Europa bleiben ist der Wartebereich samt Läden übersichtlich. Am Gate entnervt uns ein hoher Pfeifton, den sogar die Eltern noch hören können. Danach fährt uns ein Shuttle über das Flughafenareal, bis wir in unsere kleine, gestreifte Maschine einsteigen, die von den Abmessungen eher einem großen Bus ähnelt. Wie gut, dass zwei von vier sowieso den Großteil des Fluges verschlafen, wenn sie sich nicht gerade die Ohren halten.
Das vorbestellte Essen (gegen Bares), namentlich Currywurst, Schnitzel, Croissant und Laugengebäck, überzeugt auf jeden Fall mehr, als das übliche Lufthansafutter, auch wenn es beim Schnitzel Abzüge bei der Kross-Note gibt. Allerdings ist es schräg, dass man bei einem viereinhalb Stunden dauernden Flug nicht einmal Wasser oder Kaffee umsonst gereicht bekommt. Dafür begeistert uns Pilotin Kaminski, die fröhlich mal auf den Eiffelturm hinweist oder die weitere Flugroute angekündigt. Dann: „Wer schon öfter nach Madeira geflogen ist, kennt das ja … Gerade sah es noch so aus, als ob wir nicht landen könnten. Aber jetzt ist es wieder besser. Falls wir die Landung abbrechen müssten … Wir haben vorher noch genug getankt und könnten auch ein paar Extrarunden drehen.“ Klappt dann doch auf Anhieb und irgendwie hört sich der donnernde Applaus überhaupt nicht peinlich an.




Gegen 17 Uhr haben wir unsere Koffer und legen vorsichtshalber noch einen kleinen Stopp bei Burger King ein. Dann geht es nach draußen, in den lauwarmen Niesel. Schnell ist klar, dass die lokalen Taxifahrer den lokalen Uber-Fahrern in herzlicher Feindschaft verbunden sind. Unser Fahrer ist ein extrem schweigsamer junger Mann, der erst Kinderbueno-Riegel verputzt und danach sehr damit beschäftigt ist, sein Oberteil von Schokostückchen zu reinigen. Die Straßen sind unglaublich steil und unsere Gasse sogar so schmal, dass wir dann unsere Koffer noch ein Stück selbst bergauf rollen dürfen.



Kleine Pause in der großen Ferienwohnung, in der uns auch ein Willkommenskorb mit Sekt, Tee und Kuchen erwartet. Dann machen wir uns auf den ersten Weg nach Funchal, im Regen. Mal nieselt es, mal schüttet es, das Kopfsteinpflaster ist ziemlich rutschig. Dennoch ist schnell klar: Auch diese portugisische Stadt erobert unser Herz und es gibt noch sehr sehr viel Weihnachten. Nachdem irgendwann sogar die Regenjacken durchweichen und auch die Sängerin auf der Bühne mangels Publikum aufzugeben scheint, wollen wir nur noch im Trockenen essen. In einer Gasse stoßen wir auf das Mercearia dos Avos, einen italienischen Feinkostladen mit kleiner Nudelkarte. Wunderbar. Dreimal Nudeln, einmal Vorspeise, danach noch Espresso und Panna Cotta – und wir fallen müde ins Bett.










