31. Dezember 2025
Am Morgen strahlt noch die Sonne. Wir frühstücken auf der Terrasse und laufen den Berg hinunter zum Aussichtspunkt. Dort sollte uns ein Uberfahrer eigentlich finden. Doch der Ausflug nach Monte samt tropischem Garten scheitert wieder – diesmal will einfach kein Fahrer die Anfrage annehmen. Das Kloster St. Clara hat auch geschlossen, weil: Silvester. Also ein Blick in eine Kirche, in den kleinen Weihnachtspark, wenn er mal nicht leuchtet, sondern faszinierende Pflanzen zu sehen sind. Auf ein Knoblauchbrot und ein Bierchen auf den Weihnachtsmarkt, zum Hafen und … Der erste Nieselregen geht nieder. Monte wäre jetzt in dicke Regenwolken gehüllt, es ist also nicht so schlecht, dass wir nicht dort sind. Dafür bewundern wir an der Kaimauer die Bilder, die Schiffsreisende hinterlassen habe. Einige aus Brasilien oder Kanada sind dabei, viele aus Skandinavien.











Zurück auf den Weihnachtsmarkt: Dort gibt es einen „volkstümlichen“ Bereich mit traditionellen Puppen, einer Landschaft, Handwerkskunst und dicken Suppentöpfen über einer Feuerstelle und einer Bäckerei für die Fladen, Bolo do caco, die aus Süßkartoffelmehl hergestellt und gerne mit viel Knoblauchbutter gereicht werden. Faszinierend: Der Andrang ist groß, jeder bekommt einen Zettel mit einer Nummer – und irgendwie sortiert sich das alles sehr unaufgeregt. Keine klare Warteschlange, wie es in England wäre, aber auch kein Gedrängel und Geschubse, wie vielleicht in Deutschland. Irgendwann ist man dran und danach schmeckt die Suppe/ der Eintopf sehr lecker. Manche Einheimische lassen sich das Ganze direkt in große Gebinde für daheim abfüllen.







Danach gibt es eine kleine Shoppingeinheit für Louisa (Kiko Milano und Ale Hop), einen Besuch im Supermarkt für Notfallverpflegung – der Wetterbericht wird düster. Die Regionale Zeitung verkündet: Feuerwerk wäre fast wegen Regen und Sturmwarnung abgesagt worden. Jetzt will man es mal versuchen, aber die Veranstaltungen nach Mitternacht wurden gestrichen, etc. Wir holen vorsichtshalber Nudeln und Soße, falls wir nicht aus dem Haus kommen. Aber noch hat es 23 feuchte Grad.
Noch ein Kaffee im eher alternativen Markt hinter dem großem Markt, mit Pastel de Nata. Dann machen wir uns wieder auf den Weg den Hügel hoch für eine ausgedehnten Nachmittagspause. Und hadern. Und hadern. Schauen einem amerikanischen Fernsehkoch beim Grillen zu (Dale Talde), sind aber nicht wirklich überzeugt. Gegen 20.30 Uhr ist es trocken und wir gehen in die Stadt.




Auf dem Jahrmarkt stehen erste Attraktionen wegen der Wetterprognose still, der Zirkus musste seine Vorstellungen nach 21 Uhr absagen. Die Restaurants sind knallvoll, die ersten sichern sich auf den Kaimauern schon Plätze für das Feuerwerk. Erstaunlich: die öffentliche Toiletten am Weihnachtsmarkt sind blitzblank. Sie werden von einer fröhlichst gelaunten älteren Dame gepflegt, die gerade von ihrem Mann ein Glas Sekt gebracht bekam und der Reiseleitung strahlend zuprostet. Wir holen uns Pommes, Knoblauchbrot, Pita, Limo und Bier an den Ständen und streifen etwas planlos durch die Gassen. Um 22 Uhr schließen die Bistros, aber bei leichtem Niesel noch zwei Stunden flanieren? Auch nicht. Um 22.45 Uhr sind wir wieder in der Ferienwohnung und treffen die beste Entscheidung: Wir beobachten das Feuerwerk von der Terrasse.




Tatsächlich haben wir einen sagenhaften Blick, viel besser, als es vom Hafen aus gewesen wäre. Schon ab 23.45 Uhr gibt es erste Feuerwerke, die Terrassen neben uns füllen sich. Es bleibt trocken! Und um Mitternacht legt die Insel los – acht Minuten Rund-um-Feuerwerk, ein unglaubliches Spektakel, das mit viel Jubel gefeiert wird. Gegen 1.30 Uhr fallen wir ins Bett – und in der Nacht stürmt und regnet es..


