Nachmittag im Paradies

7. Januar 2026

Der erste komplett nieselfreie Tag seit 30. Dezember! Zwar ist es bei uns auf der Höhe in Prazeres ja immer ein, zwei Grad kühler als am Meer, aber – der Pool hat 26 Grad und wir genießen Wasser und Sonne. Zum ersten Mal können wir auf der Terrasse essen! Abgesehen davon gibt es genau einen Programmpunkt, der als Weihnachtsgeschenk unterm Christbaum lag: ein Obsttasting.

Dazu müssen wir wieder 30 Minuten an der Küste entlang Richtung Funchal fahren. Dann gibt es eine kleine, sehr steile Seilbahn an der Küste, die zu Faja dos Padros führt. Aber die Reiseleitung führt erstmal ein ausführliches Gespräch – natürlich wurde das alles am Vormittag digital gebucht, aber die Mailbestätigung kam irgendwie nicht. Wie gut, dass Nicole sich angewöhnt hat, sich selbst stets einen Screenshot zu schicken. Die Fachfrau ist erstaunt, dass wir etwas gebucht haben, schließlich ist sie ja für die Führungen zuständig. Aber irgendwo findet sich dann die Buchung und wir bekommen sogar eine exklusive Führung nur für uns vier. Allerdings dauert die Vorbereitung noch ein paar Minuten, da sie noch ein paar Früchte sammeln muss.

Gegen 14 Uhr fahren wir also mit der steilen Seilbahn nach unten. Sie ersetzt seit zehn Jahren einen Aufzug an der steilen Klippe, der jetzt nur noch für Angestellte zugänglich ist. Unten landen wir in einem kleinen Paradies, das sich auch wegen des besonderen Mikroklimas so anfühlt: Es ist wunderbar warm, in der Luft liegt ein würziger Duft.

Die landwirtschaftlichen Flächen werden wohl seit 600 Jahren bewirtschaftet. Zwischendurch von den Jesuiten – daher der Name „Padros“ – , bis diese vom König aus dem Land geworfen wurden. Seit 1921 gehört das Gelände einer Familie, der aktuelle Besitzer ist zwar Elektroingenieur, wurde aber auf einem Weingut groß. Daher fiel ihm irgendwann auch auf, dass wohl eine Rebe die Reblaus überlebt hat. Diese Rebe wurde analysiert und als richtig alt und wichtig für die Weinkultur befunden, die sogenannten Malvasia-Rebe. Sie wird jetzt, gepropft, wieder angebaut und der Wein für sehr teuer Geld verkauft.

Nun gibt es eine Biolandwirtschaft, ein paar Ferienhäuschen (teuer) und ein Restaurant (leider nur bis 15 Uhr warme Küche). Viele Badegäste zahlen auch gerne die 12 Euro pro Person für die Seilbahn, um dort am Strand zu liegen. Selbst heute. Wir bekommen zunächst eine Führung über das Gelände – es gibt zahlreiche unterschiedliche Sorten Mango und Avocado, natürlich Papaya, Bananen über Bananen, die Pitanga-Frucht (auch: Surinam Kirsche), Guaven, etc etc.

Da das Meer oft zu stürmisch ist, kletterten die Arbeiter früher den steilen Hang herunter, was nicht immer gut ausging. Ein Teil ist gerade auch gesperrt – Steinschlaggefahr. Bei einem kleinen Werbeblock bekommen wir auch eine Tour durch eine der kleinen, wirklich wunderschön gelegenen Ferienwohnungen. Allerdings recherchieren wir danach, dass eine Nacht für uns satte 400 Euro kosten würde (immerhin inklusive Frühstück) und finden das für ein kleines, schlichtes Steinhäuschen doch etwas viel.

Beim Tasting selbst gibt es dann Pitangas in unterschiedlichen Reifegraden, die sehr faszinierend, lecker und tatsächlich auch unterschiedlich schmecken. Papaya, eine Avocado, die ganz anders ist, als die deutsche Supermarktware (natürlich besser), und Guaven. Und mangels reifer Mangos und Maracujas – gerade keine Saison – bekommen wir Avocado/Bananen/Pitanga und Guaven-Eis. Sehr fein.

Nach der Führung sitzen wir noch eine Weile am Meer, trinken Kaffee, essen Bananenbrot und noch mehr Eis. Auf dem Wasser ist das Piratenschiff unterwegs, das wir schon in Funchal gesichtet hatten. Dann geht es mit dem Aufzug wieder nach oben. Ein kleiner Einkauf im Supermarkt und wir essen Zuhause. Heute muss nichteinmal mehr die Klimaanlage zum Heizen laufen …