Dienstag, 7. Juli 2026
Die Nacht ist etwas unruhig: Der Hahn krähnt, Hund Marco winselt vor der Terrassentür und dann geht auch noch ein Wecker … Kurz nach 8 Uhr verabschieden wir uns von Maria und fahren gen Nanaimo. Dort hoffen wir auf ein leckeres Frühstücksangebot ähnlich dem in Tsawassen. Aber dieser Fährhafen ist deutlich kleiner. Es gibt genau ein kleines Café mit einem lausigen Frühstücksburrito, einer dünnen Chai Latte und mäßigem Kaffee. Dafür gibt es kleine Marktstände mit Handwerkskunst (die wir ignorieren) und einen Stand mit einem kanadischen Wikinger, der über den World Cup und die Fahrgesellschaft informiert. Eine große Tafel weist übrigens darauf hin, welche Wale hier regelmäßig kreuzen.



Auf der Fähre weht es einem auf dem Sonnendeck fast weg. Wir haben dafür einen Platz mit bester Sicht nahe dem Bistro, mit einem großen Fenster. Was allerdings nichts bringt, wenn sich keine müde Flosse sehen lässt. Kein Wal, kein Orca (ja, auch ein Wal, aber ein anderer), nichtmal ein Delfin. Nichts. Das war es dann auch mit Meer für diesen Urlaub. Immerhin stellen wir fest, dass auf den kanadischen Fährend das Essen bezahlbar und genießbar ist, ein großer Unterschied zu vielen anderen Fähren, auf denen wir schon unterwegs waren.


Gut 400 Kilometer Fahrt liegen noch vor uns, zunächst auf dem Highway 1, nahe der US-Grenze. Die Strecke bietet einen beeindruckenden Blick auf den Mount Baker, einen 3286 Meter hohen Vulkan im Bundesstaat Washington, der zuletzt in den 1970ern ein paar Rauchwolken ausgestoßen hat. Mindestens ebenso beeindruckend sind kurz darauf die Rauchwolken des großen Waldbrandes im Fraser Valley, die uns den Großteil der Fahrt begleiten werden. Um vor allem das Überleben auf der Rückbank zu sichern gibt es noch zwei Stopps bei Anbietern von Heiß & Fettig. Dabei spricht uns im Dairy Queen der indischstämmige Kassenmitarbeiter mit Augenzwinkern auf Deutsch an: „Zum hier essen oder zum Mitnehmen?“











In West Kelowna am Okanagan Lake werden von unseren Vermietern schon erwartet. Linda und Brent geben alles zum zu beweisen, dass Kanadier mindestens genauso überschwänglich sein können, wir Australier. Wir werden liebevollst begrüßt und dann durch die sehr große Wohnung geführt, in der die Klimaanlage bei über 30 Grad Außentemperatur schon angenehm kühlt. Es gibt Gastgeschenke, einen Kühlschrank mit Grillsoßen, Strandtücher … Es ist der Wahnsinn. Noch ein kurzer Ausflug zum Supermarkt, dann wird gegrillt – und der laue Abend mit Blick auf den See verbracht.






