Wenn ich einen See seh‘ …

Montag, 6. Juli 2026

Vormittags laufen Waschmaschine und Trockner auf Hochtouren. Die Reiseleitung hat derweil Zeit, nach Ausflugszielen in der Umgebung zu stöbern. Als wir gegen 13.30 Uhr das Haus verlassen stellen wir fest: Ganz schön schwül-warm heute, gut 28 Grad. Das ist bisher unsere Höchsttemperatur in Kanada.

Nur ein paar Minuten mit dem Auto entfernt parken wir direkt neben dem Highway um zum „Hole in the Wall“, dem Loch in der Wand, zu gelangen. Der Weg ist nicht wirklich markiert, ein Schild weist den Weg. Da noch viele andere Wanderer in diesem wieder wirklich zauberhaften Wald – alte Bäume, Farn, viele Flechten – unterwegs sind, ist so gar die Reiseleitung entspannt. Das Loch in der Wand ist nicht natürlich entstanden: Hier verlief einmal eine Wasserleitung, deren Reste man noch im Waldboden sehen kann.

Danach gibt es im Innenort – nein, auch am Montag ist noch keinerlei städtisches Leben erkennbar, das diesen Namen verdient hätte – salzige und süße Crepes und Heißgetränke. Weiter geht’s um im kleinen Hafen einen kleinen Turm zu besteigen. Es ist weiter sehr warm und es weht eine heiße Brise. Der Blick geht den fjordähnlichen Meeresarm entlang und man wünscht dann doch keinem Orca, dass er sich dahin verirrt.

An anderer Stelle im Ort führt unser Weg entlang dem Bächlein Kitsuksis. Erst an einem kühlen Wasserspielplatz vorbei, dann an öffentlichen Grillplätzen mit öffentlichen Toiletten, das Gras ist überall verdorrt. Dann gehen wir in der prallen Sonne und schließlich sehr einsam in einem Waldgebiet zu einem kleinen Wasserfall. Die Reiseleitung wird ohne andere Wanderer allerdings sehr nervös und der Rückweg wird recht zügig angetreten. Dann stand an dem Grillplatz nicht eine Bärenbelehrung, in der es – zugegeben – weniger um Sicherheit, als um das Zusammenleben und vor allem das Wegräumen von Müll ging? Kaum wechseln wir das Waldstück spielen Kinder alleine im Wasser und eine bärensprayfreie Alleinwanderin kreuzt unseren Weg. Sogar ein Reh sitzt wieder entspannt am Wegesrand.

Ein besonders schönes Fundstück war der Fish&Duck Pub an einem nahegelegenen See, der zu einer Bootsvermietung gehört. Wir halten kurz, um zu prüfen, dass er wirklich geöffnet hat, und reservieren einen Tisch. Danach geht es noch zügig zu einem Parkplatz am Sproat Lake. Wir stellen fest: Statt in der Hitze zu laufen hätten wir uns hier auch einfach ans Wasser legen können – wie sehr viele Kanadier! Unser Weg führt uns am Ufer entlang zum k’ak’awin, Felszeichnungen der First Nation, und wieder zurück. Abendessen gibt es dann mit bestem Seeblick auf der Terrasse des Pub, Kilian fungiert als Ticker des WM-Spiels USA-Belgien. Wir feiern den belgischen Sieg. Dann geht es noch für ein paar Snacks zum Walmart und wir müssen schon wieder packen.