On the road again

Freitag, 10. Juli 2026

Diesmal wird früh gefrühstückt, weil wir damit auf der Strecke Zeit sparen. Denken wir zumindest noch morgens um 7.30 Uhr. Denn vor uns liegen 750 Kilometer Richtung Rocky Mountains. Wir kommen tatsächlich um 9 Uhr los, nachdem wir zum Abschied noch kurz Linda und Brent gedrückt haben.

Den ersten Teil der Strecke kennen wir schon, es geht zurück nach Merriet. Dann biegen wir ab nach Kamloops, es ist kurz vor 11 Uhr – und hier gibt eine Filiale der Pizza-Kette Little Cesars, die just um 11 Uhr öffnet. Und ganz oben auf Kilians „heiß&fettig – müssen wir hin“-Liste steht. Da der Pizzaofen noch nicht ganz bereit ist, müssen wir erstmal eine Runde warten. Danach steuern wir den Riverside Park an, um das Pizzabrot, die Pizza und kleine Teilchen zu verzehre – das braucht natürlich auch Zeit. Der Park selbst bietet natürlich wieder einen Wasserspielplatz, öffentliche Toiletten, Picknickbänke, einige lokale Obdachlose und sogar einen Strand am Fluss. Da bauen gerade die Lebensretter ihre Zelte auf und es wurde sogar eine lange Matte ausgelegt, damit auch Menschen mit Rollstuhl an den Strand gelangen können. Insgesamt ein schönes Örtchen – aber wir haben eine Stunde vertrödelt.

Danach übernimmt Nicole das Steuer, für knapp zwei Stunden gen Berge. Die Straße wird schmäler und führt stets am beeindruckenden Fluss North Thompson entlang. Mal geht es durch inzwischen grüne Wälder, dann wieder vorbei an kleinen Weilern. Plötzlich sehen wir kurz vor Valemouth einen beeindruckenden Bergriesen. Wir steigen kurz aus, holen Kaffee, als sich sich die Sicht verdüstert und es kurz regnet. Bald darauf biegen wir ab Richtung Jasper – und da ist er dann, der Mount Robson – wow. Unser erster Rocky, an dem wir uns kaum sattsehen können. Kurz darauf bleibt uns der Mund wieder offen stehen: Direkt neben der Fahrbahn sitzt gemütlich ein Schwarzbär im Gras. Wir lernen schnell: Wenn ein Wohnmobil mit Warnblinklicht neben der Fahrbahn steht, dann gibt es meistens was zu sehen…

Dann müssen wir die Uhren umstellen, eine Stunde vor: Wir wechseln vom Bundesstaat British Columbia nach Alberta. Kurz darauf sind wir in Jasper, der Ort, der 2024 ein Drittel der Häuser an einen Waldbrand verloren hat. Nachdem wir die ganze Zeit relativ alleine auf der Straße waren, ist hier auf einmal sehr viel Tourismus. Wir bummeln eine Runde durch Jasper, das tatsächlich recht hübsch ist, und essen bei einem kleinen Asiaten (philippinische Flagge, japanische Speisen) lecker zu Abend. Danach haben wir noch knapp 90 Kilometer zu unserer Unterkunft vor uns.

Die geplante Stunde dauert länger – Wapitis, Hirsche, Ziegen sind am Wegesrand, dann wieder beeindruckende Berge. Irgendwann verlassen wir den Nationalpark und biegen auf immer kleinere Sträßchen ab, hier sind die Tiere viel schreckhafter, weil sie den Rummel offensichtlich nicht gewohnt sind. Irgendwo im Nirgendwo kreuzen noch viele Hörnchen die Straße – und wir sind da. Die Black Cat Mountain Lodge, ein großer Holzbau. Kanadischer werden wir es wohl nicht mehr bekommen. Hier sind wir drei Nächte in einem Bed and Breakfast. Und jetzt ist es auf einmal Mitternacht.