Dienstag, 14. Juli 2026

Wir schlafen tief und fest und wir schlafen aus. Gemütliches Frühstück, Wäsche waschen, den Anfang des WM-Spiels Frankreich – Spanien schauen. In der Region kann man sehr viel unternehmen, aber für viele superbekannte Sehenswürdigkeiten müssten wir gut eine Stunde fahren. Darauf haben wir nach der langen Fahrt gestern keine Lust, auf Menschenmassen auch nicht. Damit ist der berühmte Johnston Canyon ersatzlos von der Liste gestrichen.


Aber mit etwas Stöbern im Netz hat die Reiseleitung eine Alternative in 15 Minuten Auto-Entfernung gefunden: Den Grotto Canyon. Der macht es uns allerdings zunächst nicht leicht: Erst braucht der Nachwuchs noch kurz heiß&fettig. Kaum steigen wir endlich am Einstieg in den Weg aus dem Auto werden wir so von Moskitos überfallen, dass wir nur zurück ins Fahrzeug flüchten können. Also: Fahrt zurück nach Canmore, dort in die nächstbeste Pharmacy und Insektenmittel holen. Auf der Straße fällt uns auf, dass das Anhalten nicht nur wegen der Rocky Mountain Schafe – die wir nicht zu sehen bekommen – verboten ist, sondern wegen einer „Blasting Area“. Offensichtlich geht es um den Steinbruch, in dem immernoch gearbeitet wird.
Der erste Kilometer zum Grotto Canyon führt unter einer Hochspannungsleitung entlang und direkt auf eine Lärmendes Zementwerk zu. Hm. Dann müssen wir ein trockenes, breites Bachbett durchqueren, in dem erst vor kurzem eine Überflutung gewütet hat. Wegen dieser Unwetter sind noch immer viele Trails hier gesperrt, weil noch aufgeräumt werden muss. Dass es dampfige 28 Grad hat dämpft unsere Euphorie zunächst. Aber bald zeigt sich: Der Grotto Canyon ist jede Mühe wert! Eine faszinierende, wunderschöne kleine Wanderung. Wir treffen auf einige Kletterer, ein paar Wanderer, eine kiffende Oma – aber die Massen sind woanders. Ein Streifenhörnchen bettelt uns beim Picknick an, natürlich erfolglos. Sorry, Kleines, wir halten uns an die Nationalparkregeln und die besagen unter anderem: Auf keinen Fall füttern.
















Danach fahren wir zurück nach Canmore, das übrigens deutlich mehr Atmosphäre hat als Jasper (was nicht nur daran liegt, dass dort so viel abgebrannt ist). Wir parken an einem Nachbau des Opernhauses von 1889, das Original steht aus irgendwelchen Gründen in einem Freilichtmuseum bei Calgary. Dann führt der Policeman’s Creek Boardwalk an einem breiten, klaren Bach unfassbar idyllisch in den Ort, auf der einen Seite unter Bäumen, auf der anderen Seite auf einem Holzweg über eine Art Moor.




Heute gehen wir in den Biergarten eines Pubs, der gegenüber von dem von gestern Abend liegt. Der Biergarten brummt, direkt neben uns werden die Lautsprecher für das Pub Quiz aufgebaut. Das Essen schmeckt, wir hören bis zur zweiten Fragerunde zu, dann bummeln wir sehr idyllisch zum Auto zurück.



