Eine Runde auf gut 2000 Metern

Montag, 12. Oktober 2026

Fast schon eisige Nacht, die Sonne strahlt. Während Nicole darauf wartet, dass die Teenager zu sich kommen, sitzt sie auf der warmen Terrasse und liest. Träumchen. Zwischen durch büchsen die beiden Pferde aus, während Ostwind im Stall das Hasenfutter vertilgt.

Wir lassen das Auto wieder stehen und peilen die Joachtal-Gitschberg Seilbahn an. Die ist nicht nur quasi vor der Haustür, sondern auch in der Gästekarte inbegriffen. Um 11.30 Uhr fahren wir mit der Gondel nach oben. Die Sicht ist klar und bestens, auf über 2000 Metern Höhe pfeift allerdings ein sehr kalter Wind.

Wir packen uns warm ein und starten den Panoramaweg, der zirka 8 Kilometer lang sein wird. Es gibt da verschiedene Varianten und zumindest online ist die Datenlage komplett unübersichtlich. Aber wir sind ja nicht alleine unterwegs. Auf der ersten Strecke zum Gipfelkreuz am Steinermandl mit 2116 Metern gibt es alle Generationen, eine Dame hat es sogar mit Rollstuhl zu einer Bank geschafft. Ansonsten viele Familien mit Kindern, denen am Wegesrand auch viel an originellem Spielekram geboten wird. An der Skipiste stehen schon die Schneekanonen bereit, der entsprechende See ist gut mit Wasser gefüllt. In der Ferne sehen wir die Dolomiten. Frisch, aber herrlich.

Rund um das Gipelkreuz ist viel Rummel – und danach sind wir quasi alleine unterwegs. Es geht leicht bergab, zwischen niedrigen Preiselbeerbüschen und anderen Gewächsen in schönstem Herbstkleid, danach durch einen noch grünen Lärchenwald. Etwas irritierend sind die Flaggen mit „Ein Tirol“, die an zwei Hütten gehisst sind. Denn „Ein Tirol“ war der Name einer Terrorgruppe in den 1970ern und 1980ern, die an die 40 Sprgenstoffanschläge verübt hat. Jetzt hingegen gibt es eine rechtsextreme Partei namens Süd-Tiroler Freiheit, die mit „Ein Tirol“-Aufklebern ein Franchise hat, dass dem der AfD in nichts nachsteht.

Wir steigen wieder auf 1850 Meter auf und kehren auf der Sonnenterrasse der Anratterhütte ein. Sehr leckeres Essen, allerdings frösteln wir bei 8 Grad etwas. Erneut ein Aufstieg zurück zur Bergstation, der je nach Kondition als leicht, mittel oder schwer eingestuft wird, dann geht es um 15.45 Uhr mit der Seilbahn wieder nach unten.

Durch die Kombination aus Sonne, Wind und Wanderung sind wir alle vier angenehm müde.