Mittwoch, 14. Oktober 2026

Auch wenn man erst um 11 Uhr loszieht, kann man am Tag noch viel erleben. Aber zuerst prüft Louisa im Stall, ob das dicke weiße Kaninchen zurück ist, das Manfred am Abend zuvor noch zu suchen gelobte. Doch das kleine schüchterne Schwarze hoppelt noch immer alleine herum.
Das Tagesziel ist Bruneck, mit allem was dazu gehört. Wir parken unterhalb vom Schloss Ripa und laufen in den Ort, was nicht allzu weit ist. Gut 17.000 Einwohner, schöne kleine Altstadt, viele offensichtlich inhabergeführte Läden und buntes Herbstlaub entlang des Flüsschens.





Zum Mittagessen hat die Reiseleitung Vegabula ausgewählt, ein veganes Schulrestaurant der Landeshotelfachschule. Die Reisegruppe ist natürlich wieder skeptisch, zumal sich unter der Adresse zunächst eine öffentliche Toilette befindet. Aber: Ein Schild neben dem Aufzug weist darauf hin, dass es in den 4. Stock geht. Dort wartet schon eine Armada sehr junger Azubis darauf, weiße Tischdecken auf Tische zu werfen, das Besteck zentimetergenau zu platzieren und uns rundum zu bedienen. Wir sitzen auf der sonnengefluteten Dachterrasse und bestellen Suppe, Bowl, Butter Chicken und Kürbis Carbonara, danach noch Affogato. Kellner Franz übt noch das Espressso-aufs-Eis-gießen und verziert dabei kräftig die Tischdecken (allerdings sind da auch schon genug Salatsoßenflecken von Nicole drauf). Alles schmeckt und alle sind begeistert. War ja klar.







Danach geht es fast zurück zum Parkplatz, allerdings biegen wir ab, um den Hausberg von Bruneck zu erklimmen. Zunächst kreuzen wir den sehr stimmungsvollen Waldfriedhof, auf dem Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg unbesehen der Nation oder Religion bestattet sind, gepflegt wird das Areal von einer Frauengruppe aus Bruneck. Auch das Gedenken an die Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg ist irgendwann dazu gekommen. Danach führt der Weg durch idyllisches Grün, das fast schon an eine Parkanlage erinnert (Teiche inklusive), stetig nach oben, bis war an der Kaiserwarte angekommen sind. Dort erinnert eine Säule an einen Besuch von Kaiser Franz Josef I. im Jahr 1886.





Es geht wieder bergab, denn wir haben noch ein Ziel. Auf dem Berg gegenüber befindet sich das Schloss Ripa, das seit 2011 als fünftes Messner Mountain Museum den Bergvölkern der Welt gewidmet ist. Wie immer bei Messner sind der Ort und die Exponate erlesen, kritische Anmerkungen des Großmeisters inklusive. Masken, Schmuckstücke, Möbel von vielen Völkern, von denen wir noch nie gehört haben. Zitate großer Denker und dazwischen das laute Knurren von Messner. Großartig.











Wir erklimmen den Schloßturm und haben beste Sicht auf den Kronplatz. Die Seilbahnfahrt würde uns zirka 180 Euro kosten, dann könnten wir oben einen Panoramaweg gehen und (gegen weiteren Eintritt) in das Messner-Museum Corones gehen. Aber das brauchen wir gerade nicht. Ein langer Gang führt Richtung Nirvanda, dort warten Meditationskissen, Lautsprecher übertragen Klangschalenklänge.





Der letzte Programmpunkt des Tages: Auf halber Strecke ein Zwischenstopp bei der Capriz Feinkäserei, bei der sich praktischerweise eine Burgerladen mit ausgefallenen Kreationen befindet. Das haben sich vor allem die Teenager nach dem Tagesprogramm verdient. Satt und müde fahren wir zurück in die Ferienwohnung.


