Zum Abschied strahlt die Sonne

Freitag, 16. Oktober 2026

Wir starten ruhig in den Tag. Die Nacht im Frauenzimmer war etwas unruhig, weil hörbar draußen ein Tier gemeuchelt wurde (von einem anderen Tier) und die Sorge groß war, dass es sich um das letzte verbliebene Kaninchen handeln könnte. Eine schnelle Überprüfung im Stall nach dem Frühstück ergibt aber: Dem inzwischen sehr verängstigten Hoppel geht es gut.

Ein kleiner Ausflug führt uns nach Spinges oberhalb von Mühlbach. Sehr sonnig und nicht halb so touristisch wie Meransen. Aus Spinges stammte eine Heldin des Freiheitskampfes, Katharina Lanz hatte 1797 ihre Heimat heroisch verteidigt und ist heute noch an einer Hauswand abgebildet. Außerdem gibt es neben der Kirche eine optisch von außen sehr ansprechende, innen eher kuriose Grabkapelle.

Die Runde um den Ort wird auf Wunsch der Reiseleitung etwas abgekürzt und führt zur Hofschänke „Ban Erschbama“ (welcher Dialekt das auch immer ist). Dort sitzen wir, vermutlich zum letzten Mal in diesem Jahr, draußen in der Sonne und genießen Südtiroler Speisen. Ein Kater lässt sich kraulen, wird aber vertrieben, bevor er ein Würstel stibitzen kann. Der von der Wirtin spendierte Enzian (wir nehmen nur einen und teilen ihn uns) schmeckt zwischen „besser als der Wodka in Wien“, „so gehört das“ und „der schlimmste Schnaps, den ich jemals getrunken habe“.

In Mühlbach erkunden wir vor dem Einkauf den Ortskern, was ziemlich schnell geht. Für 3330 Einwohner aber durchaus ansehnlich. Danach kaufen wir im Supermarkt Nudeln, Olivenöl, Pesto und so weiter und sind erstaunt, dass die vollen Einkaufstüten gerade Mal 100 Euro kosten.

Zurück in der Ferienwohnung verplaudert sich Nicole beim Bezahlen natürlich mit Manfred. Dazu zu gibt es als Aperitif einen Zirbenlikör, der deutlich besser schmeckt als der Enzian und eine leichte Sauna-Anmutung hat (da riechen die Aufgüsse gerne so). Wichtigste Erkenntnis: In eben diesen drei Häuschen hat im März 2024 der damalige Vizekanzler Robert Habeck mit seiner Frau und Leibwächtern geurlaubt!

Zum Abendessen laufen wir zur Pizzeria Mühle, drei Pizzen für vier Esser. Danach wird gepackt – wir hoffen den Brennerstau diesmal zu Umfahren.