Samstag, 18. Juli/Sonntag, 19. Juli 2026

Die Nacht im Hotel ist erst warm, dann laut, weil wir ab vier Uhr die Klimaanlage laufen lassen. Ein leckeres Frühstück wie vergangenes Jahr im Best Western in Badhurst soll uns entschädigen. Diesmal ist der Speisesaal im Keller und viel zu klein – wir müssen erstmal für einen Tisch Schlange stehen. Ebensolang sind die Schlangen vor den Waffelgeräten und blockieren den Weg zum restlichen Angebot. Zu seltsamen tellerförmigen Eiern gibt es fragwürdige würstchenähnliche Gebilde. Passt irgendwie zum Ausblick auf die Mauer.

Um 11 Uhr holt uns ein tief schweigener Fahrer ab und bringt uns rasant zum Flughafen. Bei der Fahrt durch die Stadt überlegen wir, dass Calgary vielleicht, je nach Ecke, wirklich nicht so übel ist, wie sich das am Nachmittag in der überhitzten Innenstadt angefühlt hatte. Schnell nochmal Koffer wiegen, es hat dann doch keiner über 23 Kilo, auch wenn es sich so anfühlt. Da wir erstmal von Calgary von Montreal fliegen ist es ein Inlandsflug und wir landen an einem beschaulichen Terminal. So viel Cowboyhut war selten, aber wir sind ja auch in der Rodeo-Hauptstadt. Noch einmal heiß&fettig, immerhin bei der urkanadischen Kette A&W. Und eine gute Idee, rückblickend. Denn bei Inlandsflügen von Air Canada gibt es genau so viel umsonst wie bei Kurzstrecke von Lufthansa: Nix. Also, fast nichts. Immerhin einen Schokokekse und Getränke. Da die Teenager gerade wieder alles geben, will die Mutter der nervigen Kinder erst die Sitzbank wechseln und bestellt sich dann einen Weißwein.




Vorab hatte uns die Fluglinie wegen Rauchwolken/möglicher Wetterturbulenzen schon angeboten, mal wieder den Rückflug umzubuchen. Rauch sehen wir bei der Landung nur noch leicht, dafür prasselt der Regen. Und wir dürfen eine Stunde im Flieger warten, bis endlich ein Gate zum Andocken gefunden ist. Als der Kapitän nach der langen Wartezeit und vielen Entschuldigungen einparkt, gibt es Applaus und Johlen. Wir müssen uns keine Sorgen machen, dass wir unseren Anschlussflug bekommen, beruhigt die Stewardess – für uns geht es dann in genau diesem Flugzeug weiter. Da es irgendwelche Probleme mit den Lichtern und der sonstigen Elektrik gab, finden wir das nur so halb beruhigend.


Der Reinigungstrupp stürmt die Maschine schon während wir noch aussteigen. Wir müssen dann durch noch eine Kontrolle – jetzt kommt ja ein internationaler Flug – und erstehen auf dem Weg zum Gate noch schnell ein paar Backwaren, die als „Pretzel“ in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen firmieren. Einigen wir uns auf: Sind Kohlenhydrate und ungefähr so fragwürdig, wie das Frühstück.
Wenig überraschend starten wir mit dicker Verspätung, erst gegen Mitternacht Ortszeit Calgary gibt es Abendessen. Flugzeug insgesamt nur sechseinhalb Stunden. Gerald schläft tief und fest (sitzt ja auch alleine), Louisa macht es sich sehr bequem und schlummert auch selig. 11.30 Uhr landen wir in Frankfurt, zuckeln erst mit dem Bus bis zum Terminal und haben dann einen sehr sehr weiten Fußweg durch Ecken, die wir noch nie gesehen habe (und da wir inzwischen ja häufiger in Frankfurt sind, will das was heißen).



Um 12.45 Uhr fahren wir an der Skyline von Frankfurt vorbei. Kilian schläft auf der Rückbank tief und fest. Zum Abendessen wird gegrillt und es gibt vor allem eines: Einen großen Salat.