Die Nationalelf und der japanische Garten

Montag, 29. Juni 2026

Erneut frühstücken wir vor 7 Uhr, aber diesmal starten wir nicht zu Fuß: Erstes Ziel ist das Museum für Anthropologie, gelegen auf dem Campus der Universität British Columbia – und das liegt am anderen Ende von Vancouver. Zwar hätten wir uns mühevoll mit Bus und Seabus und Zug durcharbeiten können – aber so nehmen wir ein Uber und sind immerhin innerhalb von 40 Minuten schon dort. Kurzer Kaffee und dann tauchen wir ein in die Welt der Indigenen, mit Totempfählen, geknüpften Teppichen und anderen Artefakten. Sehr faszinierend und überwältigend viel, weil es schlicht auch noch die gesamte Sammlung der Uni zu bestaunen gibt.

Punkt 13.30 Uhr sitzen wir in Koerners Pub, der nur ein paar Meter vom Museum entfernt liegt. Offensichtlich gibt es hier kaum deutsche Studenten – wir schauen quasi alleine das Spiel Deutschland gegen Paraguay. Pubessen, heiß und fettig, hilft als Nervennahrung, alleine Nicole versucht es mit veganen Tacos, um an so etwas ähnliches wie Gemüse zu kommen. Und was sollen wir sagen – wir verharren bis zum bitteren Ende im Pub. Immerhin haben wir damit das Sechzehntelfinale komplett gesehen, ohne uns dafür in Deutschland die Nacht um die Ohren schlagen zu müssen. Auch wenn es sich dank Jetlag immernoch ein bisschen so anfühlt.

Danach geht es schnell zum Nitoba Memorial Garden, einem japanischen Garten, der aufgrund seiner Ästhetik hochgelobt ist. Aber wir stehen vor verschlossener Tür, da die Tore sich um 16.30 Uhr geschlossen haben, wir aber dank Verlängerung und Elf-Meter-Schießen erst um 16.37 Uhr vor Ort sind.

Kurze Beratung, wie wir zurück in die Innenstadt kommen. Kilian würde gerne ein großes Stück des Weges laufen, aber den anderen dreien schmerzen nach dem Wandertag gestern zu sehr die Füße. Also unterstützen wir wieder Uber und gelangen so in die Innenstadt. Dort steht das Dach der Öffentlichen Bücherei der Stadt auf dem Programm, denn dort gibt es einen kostenlos zugänglichen Dachgarten im 9. Stock. Der Garten selbst ist hübsch, die Aussicht eher unspektakulär, da der Blick nur in eine Richtung geht. Dafür können wir beobachten, wie eine Gruppe asiatischer Girls einen K-Pop-Tanz aufführt und dabei gefilmt wird. Auch schön. Danach verweilen wir noch wirklich lange in den unterschiedlichen Stockwerken der Bibliothek, Stöbern in alten Zeitungen, staunen über die sehr hohe Dichte an Asiatisch-Stämmigen (dafür heißt Vancouver auch Hongcouver: Viele Einwanderer aus Asien) und die Senioren, die dort offensichtlich auch dort den Tag verbringen.

Noch eine Runde durch die Innenstadt, historische Gebäude wie die Kunsthalle bestaunen und Wolkenkratzer bewundern. Die Warteschlange bei Taiwanesen ist uns zu lang, also fahren wir mit dem Seabus auf unsere Seite und gehen zum Ukrainischen Restaurant. Drei von vier sind ausgesprochen begeistert, unter anderem gibt es Borscht, Crepes mit Rind und Piroggen mit Ente und Basilikum. Danach gönnen wir uns noch ein Uber den Berg hinauf. Immerhin halten wir heute bis nach 22 Uhr durch.